Dextro.org Videoinstallation am Bahnhof Baden, 2016_12_26 - 2020_12_31
Screening von 16 nicht-gegenständlichen, algorithmisch generierten Videos mit einer Gesamtlänge von einer Stunde, mehrmal erweitert um
neue Arbeiten.
Pressetext:
Dextro.org besteht seit
1994 und zeigt die Arbeiten des österreichischen Grafikers,
Programmierers und Malers Walter Gorgosilits, von denen die meisten
code-generiert sind. Videos, programmiert mit nicht-linearen
Algorithmen, sind derzeit am ÖBB Bahnhof Baden zu sehen.
Dextro.orgs Videos entstehen auf rein mathematischem Weg. Um die ihnen
zugrunde liegenden Mechanismen intuitiv verständlich zu erhalten,
werden sie nicht nachbearbeitet oder geschnitten. Ihre offensichtliche
Künstlichkeit steht in Kontrast zu den organischen Formen und der
Langsamkeit und Durchgängigkeit der Bewegungen. Das soll beim
Betrachter eine reflexartige Rationalisierung und Kategorisierung
hintanhalten und ihm Kontemplation und Inspiration ermöglichen. Er soll
dazu verleitet werden, digitale Visuals eher wie ein wogendes Kornfeld
oder eine bewegte Wasseroberfläche anzusehen, als wie einen (schnell
geschnittenen und aufdringlichen) Werbespot. Der Code, der jeweils von
Grund auf selbst geschrieben ist und keinerlei Zufälligkeit (und keine
Fraktale) enthält, beschreibt ausschließlich Feldzustände, soll heißen:
|
|
Ähnlich einer weißen
Platte, unter der sich Magnete befinden und auf die Eisenstaub gestreut
wird, zeigt jedes Bild die Beziehungen der Kräfte zwischen
(unsichtbaren) Attraktoren, die durch relativ wenige aber vernetzte
Regeln definiert werden.
Da diese Regeln immer Winkelfunktionen enthalten, kann man die so
entstandenen Bilder auch als Sichtbarmachung der Interaktionen zwischen
Oszillationen betrachten. Die Videos sind größtenteils entweder vertont
oder stellen Sound-Visualisierungen dar, was man allerdings besser als
in dieser Installation mit Kopfhörer auf Vimeo hört.
Dextro.orgs Videos werden auf internationalen Filmfestivals gezeigt
(z.B. 2015 und 2016 bei der Grazer Diagonale, im Wiener MUMOK, am
Massachusetts Institute of Technology, beim MIAF, LIAF und IAF7, u.a.)
und zuweilen vom Bundeskanzleramt gefördert.
Eine Auflistung der neuesten Videos und wo sie gezeigt wurden, ist unter dextro.org/films zu sehen.
Diese Installation wurde zur Gänze von Dextro.org und Familie finanziert und aufgebaut.
|
Fotos:
Übersicht über die bislang gezeigten Videos (mit Links zu
vimeo.com/dextroorg). Mit Ausnahme des ersten Blocks von 16 Videos
wurden alle unmittelbar vor ihrer jeweiligen Vorführung neu generiert.
Winter 2017: 16 Videos von Dextro.org, entstanden in den Jahren 2005 bis 2017:

Video_21, Sound von The Beatles, Suzukuski (JP), 1:14 min
|

Video_59, Sound von Curd Duca (AT), 2:20 min
|

Video_61, ohne Ton, 2:07 min
|

Video_62, Sound von Curd Duca (AT), 0:26 min
|

Video_63, Sound von Curd Duca (AT), 1:09 min
|

Video_64, Sound von Dextro.org (AT), 2:13 min
|

Video_65, Sound von Chris Arrell (USA), 5:20 min
|

Video_66, ohne Ton, 1:57 min
|

Video_67B, Sound von Martijn Tellinga (NL), 16:25 min
|

Video_76C, Sound von Martijn Tellinga (NL), 5:26 min
|

Video_69A, ohne Ton, 1:03 min
|

Video_69B, ohne Ton, 3:51 min
|

Video_71, Sound von Werner Kodytek (AT), 6:42 min
|

Video_70 spin-off #2, ohne Ton, 4:37 min
|

Video_67_basis, ohne Ton, 3:43 min
|

Video_03, Sound von a.M. (JP), 1:25 min
|
Frühling, Sommer 2017: Intermezzo #3 (19 min, ohne Ton): ohne Sinn und Verstand sprunghaft und mitreißend grün...
Spätsommer 2017: Intermezzo #4 (10 min, ohne Ton): stellt
Diffusions-Reaktionen dar, so genannte Turing-Mechanismen, auf denen
die Musterbildung im Tierreich basiert, und viele andere Vorgänge in
der Natur...
Aus der (anorganischen!) Chemie ist bekannt, dass es (flüssige)
Substanzen gibt, die, wenn man sie miteinander kombiniert,
kontinuierliche, zyklische Reaktionen eingehen und auf ihrer Oberfläche
Muster bilden: Punkte, Linien, und Spiralen, die nie zur Ruhe kommen.
Dazu müssen diese Substanzen unterschiedliche
Diffusionsgeschwindigkeiten aufweisen und eine Beziehung zueinander
haben, die ungefähr wie folgt aussieht: Substanz A verstärkt Substanz
B, die sich dafür nach einiger Zeit auflöst, und Substanz B hemmt
Substanz A, die sich dafür selbst verstärkt. Und auch andere, komplexere Verknüpfungen sind bekannt.
In
den 1940er Jahren nahm sich der berühmte britische Logiker,
Mathematiker, Kryptoanalytiker und Informatiker Alan Turing (der die
Verschlüsselungsmaschine "Enigma" der Deutschen knackte) des Problems
der Musterbildung im Tierreich an und beschrieb in seinem Buch "The
Chemical Basis of Morphogenesis" (also "Die chemische Grundlage der
Formbildung") den ihnen zugrunde liegenden Mechanismus, der in der
Folge "Turing-Mechanismus" genannt wurde: das gemeinsame Prinzip
hinter allen Punkt- und Streifenmustern, seien sie auf
Schneckenhäusern, Fischen, Zebras oder Leoparden, bilden immer mind.
zwei (manchmal drei oder vier) Substanzen (sprich: Pigmente) mit
besagten Eigenschaften.
Die Formeln für Musterbildung aus
solchen Diffusionsreaktionen sind also seit langem bekannt und
Dextro.org hat sie nicht erfunden, bloß adaptiert.
Dennoch wollen wir Euch nun, als Intermezzo #4 zur Dextro.org
Videoinstallation, diese Muster zeigen, weil sie ein exzellentes
Beispiel für die Tatsache darstellen, dass sich alles in der Natur
mathematisch beschreiben lässt, und dass die Regeln, die komplexen
Formen und Farben zugrunde liegen, meistens sehr simpel sind (und immer
nicht-linear).
Ihr
sehr hier eine Fläche, auf der (wie in einer rechteckigen, flachen
Schale, von oben betrachtet) zwei (digital simulierte) Substanzen
miteinander interagieren: die eine ist blau, die andere weiß, und wo
sie beide fehlen dringt der schwarze Untergrund durch. Die zwei
wichtigsten Parameter, der "Verstärkungsfaktor" für die eine Substanz
und der "Hemmfaktor" für die andere, ändern sich je nach Position in
dieser Fläche: der eine nimmt von links nach rechts zu, der andere von
oben nach unten. Im Rechteck des Videoformats kommen also, ähnlich
einem Diagramm, alle (sinnvollen) Kombinationen vor, und so zeigt es
auch mehr oder weniger alle möglichen Muster, die sich aus dieser
einfachen Konstellation ergeben können: Punkte, Linien, Blasen, und, am
interessantesten, weil sie nie zur Ruhe kommen, auch wenn die äußeren
Umstände stabil bleiben, Spiralen. Weiters seht Ihr mehrere Variationen dieses Themas, bei denen es zusätzlich Störungen gibt: ein
"Rauschen" (also sprunghafte Änderungen der Parameter an zufälligen
Stellen), und zusätzlich eine lokale Veränderung des Verstärkungs- und
des Hemmfaktors. Mehrere Sequenzen also, die jeweils von anfangs
gleichmäßiger Verteilung der Substanzen ausgehen, und steigende
Komplexität (bei sinkender Nachvollziehbarkeit) ihrer Regeln aufweisen. Zuletzt
gibt es eine Sequenz, bei der enge Streifenmuster und weite Wellen
einander überlagern, stellenweise ohne sich gegenseitig zu
beeinflussen, exakt so, wie man es auf balzenden Kalmaren sieht.
|
|
Wir empfehlen, diese Bewegungen zu studieren. Sie finden sich in vielen
dynamischen Vorgängen in der Natur, stellen quasi Blaupausen dar für
Interaktionen in Flüssigkeiten, Gasen, in Sand, in der
Elektrik/Elektronik, in der Gehirnforschung, in der Atomphysik, bei
elektromagnetischen Wellen und Magnetfeldern... Diese
Art der Darstellung von grundlegenden Mechanismen, isoliert, ohne
Ablenkung und Verwässerung, ist wie ein intuitives Lehrstück in Physik:
nicht geeignet Zahlen und Fakten zu vermitteln, sondern Zusammenhänge,
Beziehungen, Balancen. Sie ist geeiget für Kinder genauso wie für
Physikprofessoren, die zur Erkenntnis gelangen, dass man die Natur auch
auf einer nonverbalen und nicht-rationalen Ebene verstehen kann, und
dass die tiefer liegt, grundlegender ist.
Wir sehen, wie Wellen
sich gegenseitig durchschlagen, wie Brandung entsteht, wie die Zentren
von Spiralen stationär auf einer Stelle stehen können, wie sich
Streifenmuster, die gestört werden, wieder regenerieren, neu ordnen,
bis die Balance wiederhergestellt ist, und wir sehen die enge
Verwandtschaft zwischen ihnen und den Punktmustern. Wir sehen, dass die
Parameter ein enges Fenster zeigen, in dem sie oszillieren, mit
beständigen Frequenzen, was sich in Wellen und sich rhythmisch
wiederholenden Strukturen äußert. Wir sehen Punkte in der Fläche, die
Zyklen durchlaufen, immer und immer wieder, und wir sehen dass sie auch
mehrere Zyklen (oder Rhythmen) gleichzeitig in sich tragen können (und
man könnte sich fragen, wie das möglich ist, bei bloß zwei Parametern). Wir
sehen auch, dass es Regionen bzw. Situationen gibt, in denen
Störungsversuche keine Wirkung zeigen, und andere, wo durch sie aus
einem Punkt heraus eine neue Form entstehen kann, die wächst und alles
um sie herum beeinflusst, mit der Zeit. Und dazwischen liegen große
Bereiche, die im Equilibrium zwar stagnieren, bei Störung jedoch
genauso schnell wie ihre aktiveren Kollegen eine Reparatur
herbeiführen, als hätten sie zuvor bloß darauf gewartet, im Leerlauf,
in hochtouriger Ruhe. Wenn diese Phänomene schon in Chemikalien
auftreten, und hier auch bloß mit einer (seelenlosen) Software gebildet
werden (und da im Prinzip mit zwei simplen Gleichungen), kann man sich
denken, wie eng Lebendiges und Nichtlebendiges bei einander liegen,
ohne feste Grenze (vielleicht sogar ohne). Denn die einzelnen
Punkte haben keine Ahnung vom Muster, das sie generieren, und das uns
planvoll und absichtlich erscheint. Sie sehen gerade mal vier Pixel
weit in alle vier Himmelsrichtungen und gleichen sich ihren
Nachbarn an (sprich: sie diffundieren). Und natürlich gibt es auch kein
Zentrum irgendwo, von dem aus irgendetwas gesteuert würde. Es gibt also keinen Masterplan, keine Kontrolle, nur Selbstorganisation.
Wer sich den Algorithmus ansehen oder die Regeln besser verstehen will: unter
karlsims.com/rd.html hat einer der Softwarekünstler der ersten Stunde, Karl Sims, ein Tutorial zusammengestellt. Dextro.orgs Nachbau in Java (mit stark abweichenden numerischen Fenstern) ist hier einzusehen:
dextro.org/oebb/diffusionsreaktion_code.txt für die ersten vier Sequenzen, und
dextro.org/oebb/diffusionsreaktion_code5.txt für die letzte.
Gesamtlänge: 10 min
|
Herbst 2017: Intermezzo #5: Video_66 und Video_72, das Orgonenergie im Himmel visualisiert.
|
|
|
|
In den 1930er-Jahren entdeckte der Psychiater und Naturforscher Wilhelm
Reich (aus damals Österreich-Uungarn, heute Ukraine) eine Energie, die
er als Lebensenergie erkannte und Orgon nannte. Diese Energie ist in
Asien seit Jahrtausenden bekannt und heißt da Chi (chinesisch), Ki
(japanisch) und Prana (Sanskrit).
Im viktorianischen England erkannte man noch den Ether (auf Deutsch
Äther) als ihr Medium, bis Einstein mit seiner Relativitätstheorie
daherkam und ihn kurzerhand für obsolet erklärte.
Die Lebensenergie entspricht auch dem Vril, und dem Od...
Dem Ki wird bis heute in der traditionellen chinesischen Medizin große
Aufmerksamkeit geschenkt. Auch im Japanischen gibt es mehrere Wörter,
die es enthalten, wie genki (glücklich, oder gut drauf), tenki (Wetter)
und denki (Elektrizität), und "Nullpunktenergie" oder skalare
(longitudinale) Schwingung könnten wissenschaftliche Erklärungen
darstellen...
Aus alchemischer Sichtweise entspricht sie wohl dem Quecksilber
(Geist), dem Vermittler zwischen Körper (Salz) und Seele (Schwefel),
und dem Ka des Alten Ägyptens.
Reich erkannte diese Energie zuerst in Sigmund Freuds "Libido" und
entdeckte sie dann in sich zersetzendem organischen Material wie Gras
und Schokolade: unter dem Mikroskop sah er darin Bläschen, die sich
bewegten und blau leuchteten. Dieses blaue Leuchten und sein Wirken
fand er dann an vielen anderen Stellen wieder. Nicht zuletzt erkannte
er es im blauen Leuchten der Luft in den Bergen, und überhaupt in der
blauen Atmosphäre unseres Planeten.
Er entwickelte Therapieverfahren, bei denen es hauptsächlich darum
ging, "Panzerungen", die sich Menschen in Reaktion auf erlittene
Enttäuschungen und Demütigungen zulegen und die sie am Lieben hindern
und zum Hassen bringen, aufzubrechen. Er bezeichnete (mehr als es
Freud, mit dem er mehrere Jahre lang arbeitete, je tat) sexuelle
Störungen oder Mängel als Ursache aller psychischen Probleme. (Heute
würde man wohl eher sagen, der falsche Umgang mit der Kundalini wäre
die Wurzel allen Übels...)
Damit drängte er mehr auf die Befreiung der Sexualität und auf die
Erlösung des Individuums von gesellschaftlichen Zwängen (und war damit
erfolgreicher) als Regierungen gewillt waren zu tolerieren, und so
wurde er nacheinander zuerst in Österreich angefeindet, in Deutschland,
in Norwegen, in Russland, und zuletzt in den USA, wo ein Gericht
schließlich "feststellte", dass es so etwas wie Lebensenergie nicht
gäbe und darum alle Bücher Reichs, die sie erwähnten, sowie alle
Apparate, die sie handhabten, vernichtet werden müssten. Reichs
Schriften wurden also nicht nur in Nazi-Deutschland verbrannt, sondern,
wenig später und auf Betreiben der F.D.A., auch in den USA.
Er selbst wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt und
verstarb zwei Wochen vor Ablauf des ersten Jahres, nach dem er hätte
entlassen werden sollen, auf wahrscheinlich nicht ganz natürliche Weise
(die Parallelen zu einem anderen österreichischen Helden, Viktor
Schauberger, sind auffällig).
Da hatte er aber schon unzählige Menschen auf den richtigen Weg
gebracht, und hatte einerseits mit seinem "Orgonakkumulator" gezeigt,
dass man diese Lebensenergie konzentrieren kann, und andererseits durch
seinen "DOR-Buster" (auch fäschlicherweise "Cloudbuster" genannt), dass
man darüber Einfluss auf das Wetter nehmen und es regnen lassen kann,
und das selbst in Wüstengebieten.
Reich erkannte drei Zustände der Orgonenergie:
- den Normalzustand ("Orgon") stellt ein sanftes Pulsieren dar. So wirkt die Energie lebensspendend und heilend.
- mit "Oranur" bezeichnete er ein hektisches, krampfhaftes Zittern der
Energie, wie sie von radioaktiver und anderer hochfrequenter
elektromagnetischer Strahlung ausgelöst wird. Sie bringt die
natürlichen Rhythmen/Oszillationen biologischer Systeme aus der Balance
und macht dadurch krank (und Reich hätte unsere Welt voller Mobilfunk-
und WLAN-Strahlung als absolut lebensfeindlich bezeichnet).
- "Dor" stellt einen Zustand der Stagnation dar, der auf "Oranur" folgt
wie Erschöpfung und Resignation auf den wütenden Versuch eines
Raubtiers, aus einem Käfig auszubrechen. Er bringt Depression,
Trockenheit, Krankheit und Tod, und Wüstengebiete befinden sich in
einem permanenten (wenn auch reversiblen) Dor-Zustand.
|
|
Reichs Arbeit hat nach seinem Tod eine Renaissance erfahren (oder
inzwischen bereits mehrere), und sein "Cloudbuster" ist spätestens
durch Kate Bushs Track und Video "Cloudbusting"
einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden, wenn wohl auch nur
oberflächlich wenn nicht sogar falsch, weil der Name ja irreführend
ist. Ein "Cloudbuster" löst Wolken nicht auf sondern verdichtet
DOR-Schwaden zu bauschigen Cumuluswolken.
Ein Orgonakkumulator wiederum stellt ein sanftes und doch machtvolles
Instrument dar, mit dem verschiedene Dinge, z.B. Pflanzensamen, Wasser
und Lebensmittel, energetisiert werden können. Oder ganze Menschen, um
ihnen Kraft zu geben und sie zu heilen...
In ihm ist, ausreichende Dunkelheit der Umgebung vorausgesetzt, die
Orgonenergie als blaues Leuchten und als wirbelnde Lichtpunkte
erkennbar.
Diese Lichtpunkte kann man auch am Himmel sehen, an sonnigen Tagen. Das
können wahrscheinlich alle Kinder, bis es ihnen von den Erwachsenen
ausgeredet wird. Dieses Verlernen des Erkennens des Lebendigen in der
gesamten Natur geschieht offenbar so gründlich, dass es selbst Experten
für Reichs Arbeit (die Orgonomie) gibt, die sie eigentlich nicht sehen
können.
Video_72 visualisiert diese Lichtpunkte der Orgonenergie am Himmel. Da
sie keine physischen Partikel darstellen, die sich im Raum verorten
lassen, kann man sie nicht filmen. Man kann allerdings Algorithmen
schreiben, die sie simulieren.
Eine solche Simulation kann Menschen als Hinweis dienen, ihnen zeigen
worauf sie achten sollen beim Versuch, das Flimmern im Himmel, das
zumindest aus der Peripherie (also indem er auf etwas unterm Horizont
blickt) jeder sieht, zu entschlüsseln.
Ein richtiger Umgang mit der Lebensenergie (wie man sie auch nennen
will) könnte Menschen gesund machen bzw. erhalten, und sie mit einer
höheren Frequenz schwingen lassen (was sich z.B. in Wissensdurst und
Tatendrang äußern könnte, und Kreativität, Klugheit, Besonnenheit und
Mitgefühl).
Wilhelm Reich hatte für die Orgonenergie ein Logo, ein Pictogramm
entworfen, das einem Feynman-Diagramm der Nullpunktenergie (also der
Vakuum-Fluktuationen) stark ähnelt: dem spontanen Erscheinen von
Teilchen mit entgegengesetzter Ladung, die in entgegengesetzte
Richtungen auseinanderstieben, und ihr anschließendes wieder
Annihilieren mit ihrem Gegenstück.
Walter Gorgosilits hat sich von keinem der beiden beeinflussen lassen
(und von ersterem überhaupt erst danach erfahren), sondern hat
dokumentiert, was er sieht.
Genausowenig, wie es wohl Reich wollte, will auch er damit sagen, dass
man am Himmel mit bloßem Auge subatomare Elementarteilchen erkennen
kann, wahrscheinlich nicht einmal etwas Physisches.
Es gibt keine großen und kleinen Lichtpunkte, nicht welche mit weiten
Bahnen und welche mit engen, also keine nahen und fernen. Sie sind alle
gleich groß und gleich weit entfernt, befinden sich also nicht an
bestimmten Orten in unseren drei Dimensionen. Sie folgen aber auch
nicht dem Blick, stellen also auch keine Phänomene unseres Auges dar.
Sie entsprechen den "Sternen", die man sieht, wenn man einen niedrigen
Blutdruck hat und sich rasch erhebt, oder wohl auch, wenn man einen
Schlag auf den Kopf erhält.
Die Beobachtungen widersprechen in einem Punkt den (spärlichen) genauen
Beschreibungen: spiralförmige Bahnen sind keine zu erkennen.
(Vielleicht bezogen sich dahingehende Aussagen auch bloß auf die
Beobachtung im Akkumulator, nicht am Himmel, wo ja andere Verhältnisse
herrschen.)
Zu erkennen ist aber etwas Anderes, das bloß von einer und zudem
unerwarteten Seite bestätigt werden könnte, nämlich ein mehrmaliges
Wiederholen der selben Bahn, rasch hintereinander: zweimal, zuweilen
sogar dreimal.
Das widerlegt eine etwaige Erklärung damit, dass diese Lichtpunkte bloß zufällige Artefakte auf der Netzhaut wären.
Kann es sein, dass diese Energiepunkte tatsächlich einer Matrix folgen?
Die alten Alchemisten sprechen jedenfalls davon, dass die
Strahlung/Strömung der Sonne (und der Planeten und Kometen) in der
Atmosphäre umgeformt, ausformuliert wird, entlang einer Struktur...
Nachtrag Januar 2018:
Das "Electric Universe"-Modell, wie es vom Thunderbolts Project
präsentiert wird, scheint diese Ansicht zu bestätigen: Plasma, das aus
dem All hereinströmt (und dabei Fasern und Zungen bildet), wird
demzufolge in der Atmosphäre zu Materie: je nachdem, wo es herkommt,
mal zu Wasser, mal zu Kohlendioxid, mal zu Schwefeldioxid, mal zu
Metall wie Gold, Ruthenium oder Iridium...
Länge des Videos: 5 min
|
Winter 2017/18: Videos 74A und 74B wurden vertont von Asférico a.k.a. Alex Gámez aus Barcelona (storung.com)
und können hier nicht gezeigt werden, da sie zu einem späteren
Zeitpunkt veröffentlicht werden sollen. Am Bahnhof liefen sie ohne Ton.
Die Videos der Reihe 74 sind in Farbe und Varianz stark reduziert.
Erst Asféricos Sound verleiht ihnen eine Dramaturgie und weckt
Erwartungen. |
|
Wegen dieser Spannung zwischen Gleichförmigkeit und Erwartungshaltung
heißt das Projekt, im Rahmen dessen sie veröffentlicht werden sollen,
"Unvorhersehbare Stabilität" ("Unpredictable Stability").
Länge des Videos: 20 min
|
Frühling 2018: "Solve Et Coagula" ist eine Reihe von Videos, die, in
mehreren Variationen, eine fortlaufende Auflösung und Verfestigung von
Partikeln zeigen.
"Solve Et Coagula" ist ein lateinischer Ausdruck aus der
mittelalterlichen, europäischen Alchemie und bedeutet Auflösung und
Verfestigung/Zusammenballung/Ausfällung. Er bezeichnet einen Prozess
der Reinigung und Verfeinerung einer Substanz und kann sowohl im
materiellen, chemischen Sinn verstanden werden, als auch im mentalen,
spirituellen.
|
|
Diese Videos (vier Versionen sind geplant, zwei bereits am Bahnhof zu
sehen) zeigen, wie z.B. ein Wasserfall, geringe Abwechslung im Großen
und große Vielfalt im Kleinen. Sie sind zur Kontemplation und
Meditation gedacht.
Gesamtlänge: zwischen 8 und 25 min pro Segment
|
Mai 2018: "Pulse Streamer", mehrere Varianten
Angeregt vom "Electric Universe Model", präsentiert vom Thunderbolts Project,
das Plasmaströme so gut wie überall erkennt (mit Sicherheit im All, auf
der Oberfläche der Sonne, und in der Atmosphäre der Erde), entstanden
"streamers", die, allein durch Überlagerung von Schockwellen (also
nicht im Code definiert), einen Punkt erzeugen, der um das Zentrum
schwingt.
|
|
Plasmaströme sind immer auch mit der Übertragung von Energie und
Information verbunden. Um letztere Eigenschaft darzustellen (und
algorithmisch zu erforschen) wurde den strömenden Partikeln eine
longitudinale Modulation mit auf den Weg gegeben, die schwarz/weiße
Streifen erzeugt.
Gesamtlänge: ca. 20 min
|
2019: "Pendel gemappt, rot"
"Mapping out a pendulum": algorithmisch simuliert wird ein
magnetisches Pendel, das über mehreren Magneten ausschwingt, bis es
über einem von ihnen zur Ruhe kommt. Jedem Magneten ist eine Farbe
zugeordnet, und die wird in jenem Pixel dargestellt, das den jeweiligen
Ausgangspunkt des Pendels markiert. So wird der Reihe nach mit allen
Pixeln verfahren, bis sich ein (überraschend dynamisches) Bild ergibt.
|
|
Video_79 wurde mit einer editierten Version von Thavius Becks Track "Nammy"
kombiniert. Dem vibrierenden und vor Lebensfreude überschäumenden Sound
des Herrn Beck wurde, durch hypnotische Sequenzen, eine weitere Ebene
hinzugefügt, die einem hochfrequenten, meditativen Zustand entspricht.
Der wurde auf eine Weise aufgelöst, der jemandem, der eine hohe
Kundalini mit dem Funktionieren im täglichen Leben vereinbaren muss,
eine intuitive Anleitung bieten könnte.
Gesamtlänge (mehrere Wiederholungen): ca. 25 min
|
2019: Video 80, "The Green Man"
Aus gegebenem Anlass (Kampf der "Ouml;kologie" gegen die Natur)
Beschäftigung mit dem Archetypen des Grünen Mannes (Pan, Khizr,
Nix...): Zusammenwirken hoher und niedriger Frequenzen, Morphogenese
durch vorübergehende Verlangsamung/Zusammenballung durchströmender
Partikel, Oszillationen.
|
|
Länge: knapp 7 min
|
Artikel in der Badener Zeitung:
|
Aller Code, alle Texte, alle Fotos, alle Installation und alle
Finanzierung (inkl. Stromkosten): © 1994-2020 Walter Gorgosilits
(Dextro.org, Turux.org)
Unsprünglich geplant war, auch anderen österreichischen Videokünstlern eine Plattform zu
bieten, doch das kam aus mehreren Gründen (darunter fehlendes Geld für
die Miete an die Vertriebe der Videos) nicht zustande.
Als der Monitor, der non-stop, Sommer wie Winter, im Freien lief, zum
zweiten Mal kaputt wurde, scheiterte eine nochmalige Reparatur an
fehlendem Geld. Die ÖBB verlängerte die Ausstellung kein weiteres Mal,
darum musste sie abgebaut werden.
Dennoch konnte vier Jahre lang gezeigt werden, was, auch ohne Unterstützung, möglich ist: zeitgenössische,
österreichische Kunst auf einem Österreichischen Bahnhof.
|
|